Wochenrückblick Wetter – 2026 KW 19

Wochenrückblick Wetter – 2026 KW 19

Einleitung

Die vergangene Woche, vom 30. April bis zum 6. Mai 2026, präsentierte sich in Deutschland als eine Periode bemerkenswerter Wetterkontraste. Nach einem anfänglich sommerlich warmen und trockenen Beginn, der vielerorts an Hitzerekorde für diese Jahreszeit heranreichte, vollzog sich zum Ende der Berichtsperiode ein markanter Wetterwechsel. Dieser brachte eine deutliche Abkühlung und regional intensive Niederschläge mit sich, was die typische Volatilität des deutschen Frühlings eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Temperaturextreme

Der Beginn der Woche war von einem raschen Temperaturanstieg geprägt, der weite Teile Deutschlands in eine frühe Sommerstimmung versetzte. Besonders der Zeitraum vom 1. bis zum 3. Mai zeichnete sich durch außergewöhnlich hohe Tageshöchstwerte aus:

  • Hamburg verzeichnete bereits am 2. Mai mit 26,8 °C seinen Höchstwert der Woche, ein bemerkenswert warmer Tag für den Norden.
  • Im Osten und Süden folgten die Spitzenwerte am 3. Mai: Berlin erreichte beeindruckende 28,5 °C, und München kletterte auf 26,6 °C. Diese Werte lagen deutlich über dem langjährigen Mittel für Anfang Mai und sorgten für hochsommerliche Verhältnisse.

Die Nächte blieben zunächst vergleichsweise kühl, mit Tiefstwerten um 5 bis 9 °C am Monatswechsel. So wurden in München am 30. April nur 3,2 °C gemessen, und in Berlin sowie Hamburg lagen die Minima bei 5,4 °C bzw. 6,3 °C. Mit fortschreitender Erwärmung stiegen jedoch auch die Nachttemperaturen an. Am 3. und 4. Mai blieben die Tiefstwerte vielerorts im zweistelligen Bereich, beispielsweise mit 16,8 °C in Berlin am 4. Mai oder 14,2 °C in Hamburg am 3. Mai, was auf eine tropische Nacht hindeutete.

Ein signifikanter Wetterwechsel läutete dann ab dem 4. Mai eine Abkühlung ein. Die Höchsttemperaturen sanken merklich, ein Trend, der sich bis zum 6. Mai fortsetzte. Am auffälligsten war dieser Temperatursturz im Norden und Osten Deutschlands:

  • In Hamburg fielen die Tageshöchstwerte von 25,5 °C am 3. Mai auf 13,5 °C am 5. Mai und erreichten am 6. Mai nur noch 12,7 °C.
  • Auch Berlin erlebte einen drastischen Temperaturrückgang von 28,5 °C am 3. Mai auf lediglich 12,8 °C am 6. Mai, begleitet von einem Wechsel von sonnigem zu stark bewölktem und regnerischem Wetter.

München zeigte sich im Vergleich widerstandsfähiger gegenüber dem Temperatursturz, mit weiterhin milden 23,5 °C am 5. Mai und 19,7 °C am 6. Mai, was die regionalen Unterschiede des Wetterumschwungs verdeutlichte.

Niederschlag

Die erste Hälfte der Woche war nahezu vollständig von Trockenheit geprägt. Von Donnerstag, dem 30. April, bis Sonntag, dem 3. Mai, fielen in Berlin und München keinerlei messbare Niederschläge. Auch Hamburg blieb in den ersten drei Tagen trocken. Erst am Sonntag, dem 3. Mai, verzeichnete Hamburg mit 2,6 mm einen ersten lokalen Niederschlag, ein Vorbote des bevorstehenden Wetterwechsels.

Ab Montag, dem 4. Mai, begannen die Niederschläge sich auszubreiten:

  • Sowohl in Berlin als auch in München fielen am 4. Mai jeweils geringe 0,4 mm Niederschlag.
  • Die Intensität nahm im Verlauf der Woche zu. Am Dienstag, dem 5. Mai, wurden in Hamburg 4,3 mm und in München 1,8 mm registriert.
  • Der Höhepunkt der Niederschläge trat am Mittwoch, dem 6. Mai, ein. Besonders Berlin war betroffen, wo an diesem Tag 16,0 mm Regen fielen. Dies entsprach mehr als dem Dreifachen der gesamten Niederschlagsmenge der gesamten Woche in München, die sich auf 6,1 mm summierte.
  • Hamburg verzeichnete am 6. Mai weitere 3,4 mm, während München 3,9 mm erhielt.

Insgesamt summierten sich die Niederschläge über die Woche wie folgt: Berlin 17,2 mm, München 6,1 mm und Hamburg 10,3 mm. Dies verdeutlichte eine deutliche Nord-Süd- und West-Ost-Staffelung der Regenmengen, wobei der Osten Deutschlands am Ende der Berichtsperiode die größten Regenmengen erhielt.

Vergleich mit dem Normalwert

Die erste Hälfte der vergangenen Woche lag mit ihren Höchstwerten von über 25 °C und regional sogar über 28 °C deutlich über dem langjährigen klimatologischen Mittel für Ende April und Anfang Mai in Deutschland. Typischerweise liegen die Tageshöchsttemperaturen in dieser Zeit zwischen 10 °C und 18 °C. Die gemessenen Werte waren somit eher mit denen eines Hochsommers vergleichbar als mit denen des Frühlingsanfangs, was die frühe Wärmeperiode als außergewöhnlich kennzeichnet. Auch die anfängliche Trockenheit, mit mehreren niederschlagsfreien Tagen in Folge, wich von einem typischen Frühlingsmuster ab, das häufiger von wechselhaftem Wetter mit regelmäßigen Regenschauern geprägt ist.

Der Wetterwechsel zum Wochenausklang, insbesondere die spürbare Abkühlung und die Zunahme der Niederschläge, führte die Temperaturen in vielen Regionen wieder näher an das saisonale Normal heran. Die Tageshöchstwerte von 12 bis 20 °C am 5. und 6. Mai entsprachen wieder eher den typischen Werten für Anfang Mai. Die Niederschlagsmengen am Ende der Woche, insbesondere die 16,0 mm in Berlin an einem einzigen Tag, trugen dazu bei, die vorangegangene Trockenheit regional zu mildern und das Wochenmittel des Niederschlags in Richtung des Normalwerts zu verschieben, auch wenn die Verteilung sehr ungleichmäßig war.

Ausblick

Nach der abrupten Umstellung von sommerlicher Hitze zu deutlich kühleren und teils regnerischen Bedingungen deutet sich für die kommende Zeit eine Fortsetzung des wechselhaften Frühlingswetters an. Die Extreme der vergangenen Woche, sowohl in Bezug auf die hohen Temperaturen als auch auf die regional intensiven Niederschläge, werden voraussichtlich einer Phase weichen, die den saisonalen Durchschnittswerten näherkommt. Eine Stabilisierung mit längeren trockenen und warmen Phasen ist aktuell nicht in Sicht, vielmehr muss mit einem typisch mitteleuropäischen Frühlingsgemisch aus Sonne, Wolken und wiederkehrenden Schauern gerechnet werden.