Wie liest man die Wettervorhersage richtig

Eine Wettervorhersage enthält zahlreiche Zahlen, Symbole und Fachbegriffe, die auf den ersten Blick verwirrend wirken können. Wer diese Angaben richtig deutet, kann seinen Alltag besser planen und unangenehme Überraschungen vermeiden. In diesem Ratgeber erklären wir die wichtigsten meteorologischen Werte Schritt für Schritt.

Lufttemperatur und gefühlte Temperatur

Die Lufttemperatur wird standardmäßig in zwei Metern Höhe im Schatten gemessen. Die Tageshöchsttemperatur wird meist zwischen 14 und 16 Uhr erreicht, das Tagesminimum kurz nach Sonnenaufgang. Neben der gemessenen Temperatur ist die sogenannte gefühlte Temperatur entscheidend. Sie berücksichtigt den Windchill-Effekt im Winter und die Schwüle im Sommer. Bei starkem Wind kann sich eine Lufttemperatur von 5 Grad wie minus 2 Grad anfühlen. Umgekehrt lässt hohe Luftfeuchtigkeit bei 30 Grad die gefühlte Temperatur auf über 35 Grad steigen.

Niederschlag und Regenwahrscheinlichkeit

Die Niederschlagswahrscheinlichkeit gibt an, wie hoch die Chance ist, dass es an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt regnet. Ein Wert von 70 Prozent bedeutet nicht, dass es 70 Prozent des Tages regnet. Er besagt vielmehr, dass in sieben von zehn vergleichbaren Wetterlagen Niederschlag fällt. Die Niederschlagsmenge wird in Millimetern angegeben, wobei ein Millimeter einem Liter Wasser pro Quadratmeter entspricht. Werte über 10 mm pro Stunde gelten als Starkregen.

Windgeschwindigkeit und Windrichtung

Die Windgeschwindigkeit wird in Deutschland üblicherweise in Kilometern pro Stunde angegeben. Die Windrichtung beschreibt, woher der Wind weht. Ein Nordwestwind kommt also aus Nordwesten. Besonders wichtig sind die Windböen, die deutlich stärker ausfallen können als der Durchschnittswind. Die Beaufort-Skala unterteilt die Windstärke in 13 Stufen, von Windstille bei Beaufort 0 bis zum Orkan ab Beaufort 12. Ab Windstärke 8 spricht man von stürmischem Wind, der lose Gegenstände erfassen kann.

Luftdruck und seine Bedeutung

Der Luftdruck wird in Hektopascal gemessen. Der mittlere Luftdruck auf Meereshöhe beträgt etwa 1013 hPa. Steigender Druck deutet auf Wetterbesserung hin, ein Hochdruckgebiet bringt oft sonniges, trockenes Wetter. Fallender Luftdruck kündigt meist eine Verschlechterung an. Ein rascher Druckabfall von mehr als 10 hPa innerhalb von drei Stunden kann ein Vorbote schwerer Stürme sein. In den Alpenregionen Deutschlands ist der Luftdruck aufgrund der Höhenlage generell niedriger als an der Küste.

Luftfeuchtigkeit und Taupunkt

Die relative Luftfeuchtigkeit gibt den Sättigungsgrad der Luft mit Wasserdampf in Prozent an. Erreicht sie 100 Prozent, bilden sich Nebel oder Tau. Der Taupunkt zeigt die Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist. Ein hoher Taupunkt über 16 Grad wird als schwül empfunden. In deutschen Sommern liegt der Taupunkt an drückend heißen Tagen häufig zwischen 18 und 22 Grad.

Wolkenbedeckung und Sichtweite

Die Bewölkung wird in Achteln angegeben. Null Achtel bedeutet wolkenloser Himmel, acht Achtel vollständige Bedeckung. Vorhersagen verwenden oft vereinfachte Begriffe wie heiter, wolkig oder bedeckt. Die Sichtweite ist besonders für Autofahrer und Piloten relevant. Bei Nebel sinkt sie unter einen Kilometer, bei dichtem Nebel unter 200 Meter.

Wie weit reicht die Vorhersage?

Kurzfristprognosen für die nächsten ein bis zwei Tage erreichen eine Trefferquote von etwa 90 Prozent. Die Dreitagesprognose liegt bei rund 80 Prozent Genauigkeit. Der Siebentageausblick dient der groben Orientierung. Vorhersagen über zehn Tage hinaus zeigen nur noch allgemeine Trends und sollten mit Vorsicht betrachtet werden. Regionale Besonderheiten wie die Alpennähe in Süddeutschland oder die Küstenlage im Norden können die Vorhersagegenauigkeit zusätzlich beeinflussen.