Pollenflug-Ratgeber für Allergiker
Rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter einer Pollenallergie. Die Beschwerden reichen von Niesen und tränenden Augen bis hin zu schwerem Asthma. Der Pollenflug hängt eng mit dem Wetter zusammen, weshalb ein Blick auf die Wettervorhersage für Allergiker besonders wichtig ist. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die wichtigsten Allergene und ihre Saison in Deutschland.
Der Pollenflugkalender
In Deutschland beginnt die Pollensaison oft schon im Januar. Haselpollen fliegen als erste, häufig bereits ab Ende Januar in milden Regionen am Rhein. Die Erlenpollen folgen im Februar. Die stärkste Belastung durch Baumpollen entsteht im April und Mai, wenn Birke, Esche und Eiche gleichzeitig blühen. Birkenpollen gehören zu den aggressivsten Allergenen und erreichen in Deutschland Spitzenkonzentrationen von mehreren tausend Pollen pro Kubikmeter Luft. Ab Mai beginnt die Gräserpollensaison, die bis in den August hinein andauern kann. Beifuß und Ambrosia schließen die Saison im Spätsommer ab, wobei Ambrosia als besonders allergenes Neophyt zunehmend auch in Deutschland verbreitet ist.
Einfluss des Wetters auf den Pollenflug
Warmes, trockenes und windiges Wetter fördert den Pollenflug. An solchen Tagen werden die Pollen weit verbreitet und erreichen hohe Konzentrationen in der Luft. Regen wäscht die Pollen hingegen aus der Luft, sodass die Belastung nach längeren Regenphasen deutlich sinkt. Kurze Regenschauer können die Situation allerdings verschlimmern, da sie Pollen aufwirbeln und zum Platzen bringen, wodurch noch feinere Allergenpartikel entstehen. Gewitter im Sommer können ebenfalls zu einem sogenannten Gewitterasthma führen, bei dem aufgebrochene Pollen tief in die Atemwege eindringen.
Regionale Unterschiede in Deutschland
Die Pollensaison beginnt im Südwesten Deutschlands am frühesten, da die Temperaturen am Oberrheingraben schon zeitig im Jahr mild sind. In den Mittelgebirgen und im Norden setzt der Pollenflug ein bis drei Wochen später ein. In Küstennähe an Nord- und Ostsee ist die Pollenbelastung generell geringer, da der Seewind pollenärmere Luft vom Meer heranführt. Höhenlagen über 1500 Meter in den Alpen bieten ebenfalls Erleichterung, da dort deutlich weniger Pollen fliegen.
Tipps für den Alltag
Allergiker sollten die tägliche Pollenvorhersage prüfen und an Tagen mit hoher Belastung den Aufenthalt im Freien einschränken. In ländlichen Gebieten ist der Pollenflug morgens am stärksten, in der Stadt eher abends. Das Lüften der Wohnung sollte dementsprechend angepasst werden. Pollenschutzgitter an den Fenstern halten einen Großteil der Pollen ab. Nach dem Aufenthalt im Freien empfiehlt es sich, die Haare zu waschen und die Kleidung zu wechseln, um Pollen nicht ins Schlafzimmer zu tragen. Getragene Kleidung sollte nicht im Schlafraum aufbewahrt werden.
Kreuzallergien beachten
Viele Pollenallergiker reagieren auch auf bestimmte Lebensmittel. Birkenpollenallergiker vertragen häufig keine rohen Äpfel, Haselnüsse oder Kirschen. Gräserpollenallergiker können auf Weizen oder Tomaten reagieren. Diese Kreuzreaktionen treten besonders während der Pollensaison verstärkt auf und sollten bei der Ernährung berücksichtigt werden.
Medikamente und Therapie
Antihistaminika lindern die Symptome und sind als Tabletten, Nasensprays und Augentropfen erhältlich. Bei schweren Beschwerden kann eine spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, die Ursache der Allergie langfristig behandeln. Diese Therapie dauert drei bis fünf Jahre und wird idealerweise im pollenfreien Winter begonnen. Betroffene sollten rechtzeitig einen Allergologen aufsuchen, um die passende Behandlung zu finden.